Die verantwortlichen Anonymous-Aktivisten hinter der Website nazi-leaks.net im E-Mail-Interview
Aktivisten aus dem Hacker-Kollektiv »Anonymous« verschärften mit der Website nazi-leaks.net die Gegen-Rechts-Kampagne »Operation Blitzkrieg« (#OpBlitzkrieg). Namen, Adressen und Telefonnummern von Spendern der NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) und Kunden einschlägiger Händler wie »Odin Versand« wurden und werden weiterhin in einem Blogtemplate veröffentlicht. Eine schriftliche Korrespondenz mit den Verantwortlichen.
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Wie viele Aktivisten stehen hinter nazi-leaks.net?
Der harte Kern besteht aus fünf bis zehn Leuten.
Warum haben Sie des Rechtsextremismus verdächtige Personen zu Ihrem Ziel gemacht?
Im Vergleich zu dem Content, der aus dem linken Spektrum kommt, haben wir beobachtet, dass sich die Rechtsextremisten sehr organisiert und strukturiert im Netz verbreiten. Die Offenlegung der Strukturen ist unserer Meinung nach ein anonymer Beitrag zu der aktuellen Verfassungsschutzdebatte in Deutschland.
Sie sichern die Daten auf Spiegelservern ab, um sie bei Angriffen an anderer Stelle online zu halten. Wer hat Interesse daran, nazi-leaks.net lahmzulegen?
Wütende Nazis oder andere Anonymous-Mitglieder, die die Operation nicht befürworten, haben natürlich vor, die Plattform zu sabotieren. Durch eine große Anzahl von Mirrors wollen wir bei eventuellen DDOS-Attacken redundant bleiben.
Haben Sie keine Angst davor, aufgedeckt und strafrechtlich – oder auf schlimmere Weise – verfolgt zu werden?
Nein.
Und Bedenken, den Rechtsstaat zu umgehen und den Boden für Denunziation und im Extremfall Lynchjustiz aufzubereiten?
Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass Rechtsextreme durchaus gewaltbereiter sind und mit Hilfe des Staates morden konnten. Die Frage von Moral und Rechtsstaatlichkeit wird doch überall da überrannt, wo niemand hinsieht.
Wo liegt der Unterschied zwischen dem mittelalterlichen Pranger und nazi-leaks.net?
Die Seite ist nicht als Pranger gedacht. Das generieren eher die Medien.
Wenn Ihnen jemand glaubhaft versichert, er hätte früher zwar beim Odin-Versand bestellt, heute aber der rechten Szene abgeschworen, würden Sie ihm »verzeihen« und seinen Adresssatz löschen?
Ja. Insofern das noch möglich ist, nachdem wegen der rechten Angriffe auf nazi-leaks.net die Mirrors erstellt wurden.
Sie kündigten weitere Veröffentlichungen in den nächsten Tagen und Wochen an. Können Sie ungefähr andeuten, in welche Richtung diese Leaks gehen werden?
Nein. Das ist ganz von den Zusendungen und unserer eigenen Arbeit abhängig.
Was würden Sie davon halten, wenn Rechtsextreme auf einer Website die Namen von Menschen veröffentlichen, die Stalin-Shirts gekauft haben?
Wir würden sagen: »Hätte man den Stalin-Shirt-Shop nur sicher gestaltet!«
Dieser Artikel erschien zuerst auf derStandard.at.










Servus,
ich weiss ja nicht wem man hier einen erzählen will, aber wiso soll es sich um keinen Pranger handeln?
Wenn es nicht als Pranger gedacht wäre, hätte man die Daten zensiert ins Internet gestellt!
Das ganze was die angeblichen »Hacktivisten« da betreiben ist nix weiter als Denunzierung von Leuten die mutmaßlich rechts sind.
Allein der gedanke das jeder Kunde von z.B. Thor Steinar ein Nazi wäre ist in meinen Augen schon Faschistisches denken, da jeder Kunde über den selben Kamm geschert wird.
Ich glaube, dass ein Kunde, der sich nicht über die Assoziationen im klaren ist, die man bei Thor Steinar hat, es sehr wohl verdient an den Pranger gestellt zu werden. So rutschen Menschen nämlich in diese Szene rein. Keiner wird von einen auf den anderen Tag rechts.