In der chinesischen Provinz Guangdong soll eine Luxussiedlung im Abbild der oberösterreichischen Gemeinde Hallstatt entstehen.
Die Kopierfertigkeiten im Reich der Mitte galten in den vergangenen Jahren im Automobilsektor als unantastbar, auch vor teurer Elektronik und selbst vor Seilbahnen schraken chinesische Ingenieure nicht zurück. Das nun an die Öffentlichkeit gelangte Projekt aber könnte einzigartig bleiben: Das pittoreske Alpendörfchen Hallstatt, eingepfercht zwischen Salzberg und Hallstätter See, soll im Maß eins zu eins in in der aufstrebenden Provinz Guangdong neu erwachsen, diesmal jedoch spiegelverkehrt. Selbst der See wird Teil des Replikats, dieser allerdings nicht maßstabsgetreu.
Um die detaillierten Pläne in ihrer jetzigen Form zu erstellen, mussten chinesische Industriespione Tourismusspione über Jahre hinweg immer wieder Fotografien und Vermessungen des Ortes angefertigt haben – freilich dürfte das bei 800.000 Tagesgästen pro Jahr nichts sein, was besonderes Aufsehen erregt. Das laut Bürgermeister bei asiatischen Urlaubern sehr beliebte Ausflugsziel ist Namensgeber einer Kulturepoche und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Touristiker freut’s, die Kirche zieht die Spaßbremse und die einzig sinnvolle Reaktion liegt in der Rezitation der alten und bestimmt auf einen chinesischen Meister zurückgehenden Weisheit: Imitation ist die höchste Form der Bewunderung.








